Typisch Touri oder eingefleischter Weltenbummler?

Wenn es um das Urlaubmachen geht, dann gibt es in der Bevölkerung ganz unterschiedliche Präferenzen. Klar, manche fahren gar nicht, andere zieht es immer und immer wieder an den gleichen Ort – sei es zum Wandern in die Alpen, nach Holland in die Feriensiedlung oder nach Mallorca ins selbe Hotel, alles wie gehabt. Die meisten Leute – und dazu zähle ich auch mich – brauchen hingegen ein bisschen Abwechslung. Meist geht es ans Mittelmeer. Ob es dabei Spanien, Griechenland, Türkei oder Italien wird, ist erst einmal zweitrangig. Viel entscheidender ist die Frage: Was mache ich mit meinem Urlaub, wenn ich erst einmal da bin?

Denn wenn ich schon einmal unterwegs an einem fremden Ort bin, dann möchte ich dort auch etwas unternehmen. Ein Fünf-Sterne-Hotelbunker, in dem ich perfekt bewirtet und bis in den späten Abend unterhalten werde, der sauber und schick ist und über einen dreistöckigen Spa-Bereich verfügt, ist vielleicht ganz nett. Land und Leute lernt man dort aber sicherlich nicht kennen. Viel interessanter finde ich es daher, die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Der entscheidende Punkt ist hier ganz klar der, der in jedem Urlaub ohnehin der Allerwichtigste ist: das Essen. Und weil es an der Auswahl an Restaurants in keinem Touristenort der Welt mangelt, habe ich hier meine fünf wichtigsten Regeln zusammengefasst, um ein schlechtes Mahlerlebnis zu vermeiden.

1. Meiden Sie jegliches Restaurant, in dem ein aufdringlicher Mensch Sie am Eingang dazu verleiten will, doch bitte einzutreten. Davon abgesehen, dass man diesen Personen die aufgesetzte Höflichkeit aus zehn Metern ansieht, spricht es sicher nicht für ein Lokal, wenn die Leute von sich aus nicht hineingehen wollen.

2. Lokale, an deren Außenwand die beliebtesten Gerichte mit Fotos abgedruckt sind, versprechen meiner Meinung nach nicht besonders viel Qualität. In der Regel ist das Essen, das man im Restaurant dann wirklich bekommt, meilenweit von dem auf dem Hochglanz-Foto entfernt. In Deutschland brauchen wir ja schließlich auch kein Foto davon, um uns daran zu erinnern, wie Pizza oder ein Grillteller aussehen.

3. Meiden Sie unbedingt Läden, die mit „traditional food“, also traditionellem Essen werben. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gibt es sowieso in jedem Restaurant das nahezu Gleiche auf der Speisekarte. Ein vernünftiges Lokal hat es nicht nötig, bereits am Eingang auf die lokale Herkunft der Speisen zu verweisen. Muss man in einem italienischen Restaurant in Italien wirklich anmerken, dass das Essen auch italienisch ist? Wahrlich nicht.

4. Wenn Sie eine tolle Aussicht haben wollen, dann müssen Sie höchstwahrscheinlich Abstriche beim Essen machen. Wenn sie tolles Essen haben wollen, müssen sie vermutlich mit einem Lokal leben, das nicht den schönsten Blick der ganzen Stadt verspricht – was übrigens nicht bedeutet, dass das Restaurant nicht trotzdem toll eingerichtet sein kann. Perfekter Ausblick und perfektes Essen zusammen werden sicher nicht unter 60 Euro pro Person vereinbar sein. Entscheiden Sie sich also weise – für das gute Essen.

5. Wenn ein Restaurant leer ist, wird das gute Gründe haben. Versuchen Sie nicht krampfhaft, den nächsten „Geheimtipp“ zu entdecken. Gerade in einem größeren Ort werden Sie bei Weitem nicht der erste sein, der diesen Fehler gemacht hat.

Mit diesen Tipps sollte Ihrem Traumurlaub zumindest kulinarisch fortan nichts mehr im Weg stehen. Und wenn das Essen gut ist, muss man sich um den Rest des Urlaubs schließlich keine Sorgen mehr machen.

Christos Pasvantis