Ein Spitzenerlebnis von April bis Juni

Die Spargelliebhaber fiebern dem Spitzenerlebnis - der alljährlichen Spargelsaison von April bis Juni - entgegen und können es kaum erwarten, das weiße Gold in vollen Zügen zu genießen. Drei Monate dreht sich auf vielen Höfen hier am Niederrhein alles um das Edelgemüse. Es wird gestochen, geschnitten, geschält und sortiert, sodass Sie sich nur noch um die Zubereitung kümmern müssen. Und die lässt sich vielseitig gestalten! Denn Spargel kann gekocht, gedämpft, gebraten, gebacken, aber auch roh gegessen werden und das in unzähligen Varianten. Wir liefern Ihnen ein paar schnelle und leckere Rezepte und Wissenswertes über Spargel.

Spargel stechen oder schneiden?

Grüner Spargel wächst oberirdisch im Sonnenlicht. Der Farbstoff Chlorophyll verleiht ihm seine kräftige Farbe. Er schmeckt würziger und hat einen höheren Vitamin-C-Gehalt als die bekanntere weiße Variante, der Bleichspargel. Grüner Spargel wird nicht gestochen, sondern oberirdisch geschnitten.
Ganz anders der Bleichspargel. Er gedeiht in aufgeworfenen, sandigen Erdhügeln und wird immer von Erde bedeckt. Bleichspargel wird gestochen, kurz bevor er die Erde durchbricht. Wenn die Spitzen ans Tageslicht kommen, verfärbt sich ihr Kopf oft violett. Doch der Geschmack bleibt dadurch unverändert.

Spargel roh essen

Spargel ist auch roh ein Genuss und dabei besonders leicht. Allein 100 g roher Spargel liefern 93 Prozent Wasser, 2,2 g Proteine, 2 g Ballaststoffe und wichtige Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Kalium. Das heißt, praktisch kein Fett. Außerdem ist Spargel in der rohen Form reich an Folsäure und Vitaminen, die sehr hitzeempfindlich sind und beim Kochen zu großen Teilen verloren gehen. Was nicht heißt, dass man den Spargel nur noch roh genießen sollte. Denn auf der anderen Seite enthält Spargel auch Ferulasäure, auf die unser Körper erst nach Erhitzen gut zugreifen kann. Ferulasäure wirkt antioxidativ und kann so vor oxidativem Stress schützen. Also ein Grund, den Spargel in verschiedenen Zubereitungsmethoden zu genießen.
Der Geschmack von rohem, geschältem Spargel ähnelt nicht dem herkömmlich bekannten Geschmack, den er beim Kochen oder Braten entwickelt. Erntefrisch und roh sind die dünnen Spargelstangen nicht nur wunderbar saftig, sondern verzaubern den Genießer auch mit einer leicht-nussigen und angenehm-süßlichen Geschmacksnote. Dickere Spargelstangen sollten lieber zum Kochen benutzt werden, da sie roh eher recht herb schmecken.
Weiß und Grün kann pur genascht werden und schmeckt besonders gut als Zutat im Salat oder als Rohkost mit einem leckeren Dip.

Spargel-Avocado-Rucola Salat

Zutaten für 4 Personen: 300 g weißer Spargel · 1 Bund Rucola (ca. 100 g) · 130 g Kirschtomaten · 1 Zitrone (unbehandelt) · 1 1/2 Avocados (reif, fest) · 2/3 EL süßer Senf · 1 1/3 EL scharfer Senf · 2 El Öl · 2 El Haselnussöl
Zubereitung: Den Spargel waschen, schälen und die Enden schräg abschneiden. Die Stangen bis ca. 4 cm vor dem Kopfende schräg in dünne Scheiben schneiden und die Spargelköpfe längs halbieren. Den Rucola putzen und in mundgerechte Stücke zupfen. Die Kirschtomaten waschen und vierteln.
Die Zitrone heiß abwaschen, trocknen und 1 El Schale abreiben sowie 6 El Zitronensaft auspressen. Die Avocados halbieren, entkernen und das Fruchtfleisch vorsichtig aus der Schale lösen. Die Hälften einmal teilen und quer in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Sofort mit 3 El Zitronensaft mischen.
Beide Senfsorten mit 6 El Wasser und 3 El Zitronensaft, Zitronenschale, Salz und Pfeffer verrühren. Die Öle nacheinander mit einem Schneebesen unterschlagen. Rucola, Spargel, Tomate und Avocado auf Teller verteilen und mit der Sauce anrichten. Dazu passen Baguette oder Brotchips.

Gebratener grüner Spargel

Einfach in der Zubereitung, aber großartig im Geschmack. Grüner Spargel entwickelt köstliche Röstaromen beim Anbraten.
Je nach Personenzahl den Spargel waschen, trocknen - damit das Wasser später nicht im heißen Öl spritzt - holzige Enden entfernen und in mundgerechte Stücke schneiden oder als Stangen lassen. Dafür Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und den Spargel bei starker Hitze etwa 5 bis 8 Minuten braten, bis eine gleichmäßige Bräune entsteht. Zwischendurch mehrmals wenden. Anschließendes Würzen mit Salz aus der Mühle bringt das Röstaroma des Spargels besonders zur Geltung.
Ebenso aromatisch wird es, wenn man anschließend gehackten Knoblauch zum Spargel hinzugibt und das Ganze noch ein paar Minuten weiter braten lässt.
Der gebratene grüne Spargel lässt sich wunderbar allein, mit frisch geriebenem Parmesan oder als tolle Beilage zu Fleisch und Fisch servieren.

Spargel im eigenen Saft gegart

In Folie gewickelt mit etwas Salz, Zucker und Butter, aber ohne Zugabe von Wasser, entwickelt der Spargel seinen unvergleichlich königlichen Geschmack.
Dafür die gewünschte Menge an Spargel schälen und die holzigen Enden abschneiden. Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen. Dicke Alufolie mit der glänzenden Seite nach oben auf eine Arbeitsfläche legen und den Spargel nebeneinander darauf verteilen. Eine Prise Salz und Zucker darüber streuen und ein Stückchen Butter obenauf legen. Die Folie über den Spargelstangen zusammenfalten und die Enden gut verschließen, sodass kein Saft auslaufen kann. Je nach Personenanzahl besser mehrere Spargelpäckchen zubereiten. Das Päckchen auf ein Gitterrost legen und im heißen Ofen (Mitte) ca. 40 Minuten backen. Vorsichtig aus dem Ofen nehmen und noch 5 Minuten ruhen lassen. Dazu schmecken Pellkartoffeln und ein frischer Kopfsalat.