Grundstücksmarktbericht – alles hat sich verteuert

Insgesamt rund 1,19 Milliarden Euro sind im Jahr 2020 auf dem Immobilienmarkt des Rhein-Kreises Neuss umgesetzt worden. Das entspricht einem Umsatzplus von elf Prozent und geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2021 hervor, den der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rhein-Kreis Neuss ohne die Stadt Neuss erarbeitet hat.

„Der Aufwärtstrend bei den Preisen setzt sich auf breiter Front fort und unterstreicht die Attraktivität unseres Standorts. Er ist sogar stärker als im Vorjahr ausgefallen und auch eine Folge der Entwicklungen in den umliegenden Oberzentren“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Wenn Immobilien und Mietwohnungen in Großstädten kaum noch zu bezahlen seien, wanderten die Menschen schließlich ins Umland ab.

„Das Eigenheim mit schönem Garten ist weiterhin das Ziel vieler Familien - auch für eine gute Altersvorsorge“, berichtet Michael Fielenbach, der Vorsitzende des Gutachterausschusses des Rhein-Kreises Neuss.

Der Grundstücksmarktbericht 2021 betrachtet rückblickend das Kauf- und Verkaufsgeschehen anhand notariell beurkundeter Verträge. Insgesamt 3157 Fälle werteten die Experten aus. Der Geldumsatz bei den bebauten Grundstücken steigerte sich von 691,4 auf 787,6 Millionen Euro.

Die für 2020 ermittelten durchschnittlich gezahlten Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser in mittleren bis guten Lagen stellten sich im Vergleich zu 2019 je nach Gebäudeart und Baujahr differenziert dar. So wurde etwa für ein freistehendes Einfamilienhaus mit einem 450 m2 großen Grundstück und einer Wohnfläche von rund 160 m2 ein durchschnittlicher Kaufpreis von 510 000 Euro erzielt. Für Doppelhaushälften und Reihenhäuser lag der Durchschnittspreis bei 400 000 Euro. Ermittelt man allein den Wohnflächenpreis, ist mit 2500 Euro pro m2 zu kalkulieren.

Auch die Preise für erschlossenes Bauland sind weiter erheblich gestiegen – so stark, dass der Gutachterausschuss die Bodenrichtwerte 2021 kreisweit um zehn bis 15 Prozent angehoben hat. Für erschlossenes Bauland liegen sie im kreisweiten Mittel bei rund 320 Euro je m2. Bei einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von 450 m2 kostet ein Bauplatz im Rhein-Kreis Neuss rein rechnerisch etwa 144 000 Euro.

Neue Eigentumswohnungen kosteten 2020 im kreisweiten Durchschnitt 4050 Euro pro m2, wobei die Spanne von 3260 Euro in Grevenbroich bis 5400 Euro in Meerbusch reicht. Die Preissteigerung – zuvor bereits schon auf hohem Niveau – beträgt im Vergleich zum Vorjahr zehn Prozent. Beim Weiterverkauf von Wohnungen lagen die kreisweiten Durchschnittspreise zuletzt bei 2300 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich eine durchschnittliche Preissteigerung von elf Prozent, wobei die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen weiter ansteigt.

Sascha Klöcker und Karl-Heinz Reibel von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Rhein-Kreis Neuss stehen zudem für Auskünfte zur Verfügung. Ihre Telefonnummern lauten 02131.928 62 30 bzw. -62 53.