Damals und heute… historisches aus Glehn

Unsere Heimatvereine vor Ort sorgen dafür, die Ortsgeschichte lebendig zu halten und Zeugnisse dieser Geschichte und das, was das Lebensgefühl vor Ort prägt, zu bewahren. So auch der Glehner Heimatverein, der stellvertretend durch Stephen Hendy die Geschichte des historischen Gebäudes aus Glehn vorstellt:

Als das TZG noch ein Krankenhaus war
Glehn. Am 17.10.1867 war es soweit, die ersten Schwestern der „armen Dienstmägde Jesu Christi“ aus Dernbach bezogen ihr neues Domizil. Dort, wo über Jahre hinweg unterrichtet, operiert, gepflegt, entbunden und betreut wurde, ist heute das Weiterbildungszentrum „TZG -Technologie-Zentrum“ des Rhein-Kreis Neuss untergebracht.
Das alte Gebäude hat schon vielfältige Verwendung erfahren, begonnen hat alles mit der Idee, einen fehlenden Kindergarten, ein Krankenhaus und eine Schule für Mädchen einzurichten. Nach Verhandlungen zwischen dem Orden und der Pfarre Glehn konnte der Rittergut-Besitzer Franz Weidenfeld überzeugt werden ein Kloster- und Schulgebäude zu finanzieren. Er stiftete ab 1866 aus eigenen Mitteln das Kloster samt Inneneinrichtung, die Zivilgemeinde erstellte den Bau einer vierzügigen Schule. Aus großzügigen Spenden konnte kurz darauf zusätzlich die St.-Josef-Kapelle gebaut werden. November 1867 wurde die Krankenpflege gestartet. Anfangs wurden jährlich bis zu 50 Kranke behandelt, dies stieg bis auf ca. 260 erkrankte Menschen. Zudem kümmerte man sich hier auch um die ambulante Krankenpflege. Im 1. Halbjahr 1868 wurde dann die Nähschule für Mädchen eröffnet, in der in den folgenden Jahren bis zu 93 Mädchen unterrichtet wurden.
Obwohl sich die Zivil- wie auch die Pfarrgemeinde gegen eine Schließung des klösterlichen Krankenhauses aussprachen, musste der Orden wegen Nachwuchsmangel das Haus schließen und so wurde 1962 aus dem Krankenhaus ein Altersheim. Ab 1978 setzte sich leider die Erkenntnis durch, dass keine ausreichende Finanzierung vorhanden war, öffentliche Zuschüsse wurden nicht mehr gewährt, welches zu einer Schließung des Altenheims führte. Am 2. Juni 1985 wurden die hilfreichen Schwestern, die in Glehn viele Freunde fanden, offiziell von der Pfarre St. Pankratius verabschiedet. In den ehemaligen Altenwohnstätten macht nun seit mehr als 35 Jahren das TZG Teilnehmende fit für den Arbeitsmarkt und bietet Bildungsangebote, Trainings und Coachings mit modernster IT-Technologie.
Eine Tafel im Eingangsbereich erinnert aber noch heute an den Stifter und Wohltäter Franz Weidenfeld, mit dem alles begann.

Die Heimatfreunde Glehn sind auch bei Facebook für die Öffentlichkeit präsent.

Bachstraße 12 · Glehn · www.heimatfreunde-glehn.de