Der Maibaum als Liebesbrauch

In vielen Gegenden und auch bei uns gilt der Maibaum immer noch als Liebesbeweis. Junggesellen setzen ihrer Liebsten oder heimlich Geliebten in der Nacht zum 1. Mai einen Maibaum bzw. einen Birkenzweig mit bunt geschmückten Kreppbändern vor das Fenster oder die Tür.
Ursprünglich hatten die Farben der Bänder eine Bedeutung: Grün stand für Hoffnung - der Mann machte sich also Hoffnung, mit seiner Angebeteten zusammenzukommen. Weiß stand dafür, dass die Beziehung noch lange hält und er mit seiner Liebsten lange Zeit so glücklich bleiben soll. Rot stand natürlich für die Liebe - dieser Mann liebte seine Herzensdame abgöttisch.
Auch heute noch wie früher wird der Maienstecken zusätzlich mit einem Maiherz aus Holz oder Pappe versehen, worauf der Name der Angebeteten oder „Ich liebe dich“ steht.
In der Regel sollte der Maibaum einen Monat stehen bleiben. Wenn dann am 1. Juni der Verehrer ihn abholt, muss die Frau – so besagt es die Tradition – ihn zum Essen einladen oder mit einem Kasten Bier belohnen.
Bevor der Baum abtransportiert wird, kann das Mädel als Erinnerungsstück etwas vom Maienstecken, z.B. das Herz, ein buntes Band oder eine abgesägte Scheibe Holz, behalten.
Der Maibaum ist also noch heute ein sehr schöner Liebesbeweis und bringt zudem Frühlingsstimmung ins Ortsbild und Freude ins Haus.